Entfernungszonen

Bereiche in einer festgelegten Distanz zu einem Standort

Entfernungszonen werden häufig zur Bemessung der Erreichbarkeit verwendet. Die Analyse kann über die reine Distanz vorgenommen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Ermittlung der benötigten Zeit, um einen Punkt zu erreichen. Dazu werden häufig Isochrone verwendet.

Erreichbarkeitsanalysen

Für Erreichbarkeitsanalysen sind Entfernungszonen eine praktische Methode. Die Erreichbarkeitsanalyse stellt sich der Frage in welcher Zeit und unter welchem Aufwand ein gewisser Punkt erreicht werden kann. Anders gesagt:

Welche Orte kann ich von Punkt x innerhalb einer gewissen Zeit erreichen?

Um eine solche Analyse darstellen zu können werden Entfernungszonen verwendet. Dort werden beispielsweise alle Flächen eingezeichnet, die innerhalb eines gewissen Radius liegen.

Distanzen

Die Erreichbarkeitsanalyse kann basierend auf der Distanz gebildet. Zur Ermittlung dieser Distanz wird häufig ein Radius verwendet. Wie weit ein solcher Radius reichen muss, kommt auf den Anwendungsfall an. In welchem Umkreis von einem Punkt sollen Adressen oder Haushalte erreicht werden und soll dies in Abgrenzung zu anderen Standorten geschehen. Genügt also ein Radius von einem Kilometer wird die Entfernungszone über den daraus resultierenden Kreis erstellt.

Ist eine Abgrenzung von anderen Punkten bzw. Standorten gewünscht kann dies über eine räumliche Aufteilung passieren. Es werden Linien bestimmt die zu zwei Standorten sowie Punkte, die zu drei Standorten die gleiche Distanz haben. Basierend auf diesen Linien kann der Fläche partitioniert und die Entfernungszone pro Standort ermittelt werden – Dies nennt man Thiessen Polygone.

Isochrone

Die reine Distanz genügt häufig nicht, da diese nicht die exakte Erreichbarkeit beschreibt. Spannend ist oft der Blick auf das Transportmittel. Je nach Anwendungsfall und Kontext kann der Fokus also auf

  • Fußgänger,
  • Radfahrer,
  • Autofahrer oder
  • ÖPNV-Nutzer

liegen. Hier wird häufig anstelle der Distanz die Fahrtzeit als Darstellungsmethode gewählt. Diese widmet sich dann Fragestellungen wie:

Von wo aus kann der betrachtete Standort innerhalb von 10 Minuten mit dem Fahrrad erreicht werden?

Das Isochron bildet hierbei die Außengrenze, also den Punkt bei dem die 10 Minuten erreicht sind. Spannend ist hierbei die Überwindung von natürlichen oder anthropogenen Grenzen. Diese fällt bei Entfernungszonen basierend auf der Distanz raus. Beispiele hierfür sind Flüsse, Schienen, große Straßen, die überquert werden müssen oder die Verfügbarkeit von ÖPNV-Haltestellen.

Die Abbildung zeigt ein Beispiel für eine solches Isochron anhand des Autoverkehrs (PKW) in Bonn. Es wird deutlich, dass Waldflächen oder der Rhein zu Hindernissen werden und die Erreichbarkeit verringern. Autobahnen andererseits erhöhen die Erreichbarkeit für PKW. Entsprechend kann eine größere oder geringere Strecke innerhalb der 5 bzw. 15 Minuten zurück gelegt werden.

Wozu dienen Entfernungszonen und Erreichbarkeitsanalysen?

Über eine Erreichbarkeitsanalyse und die Entfernungszonen relevante Bereiche bestimmt werden. Ein Zweck kann die Ermittlung von Vertriebsgebieten sein. In diesem Rahmen können Kundenstandorte oder einfach Adressen den Kunden zugeordnet werden. Über eine tiefgreifendere Analyse der entstandenen Flächen können neue Vertriebspotentiale ermittelt werden. Eine Möglichkeit zu Ermittlung der Entfernungszonen ist die Analyse in Easymap. Die Software ermöglicht es je nach Anwendungsfall sowohl Isochrone als auch reine Distanzberechnungen in Form von Umkreisen oder Thiessen-Polygonen zu berechnen.

DEFINITION

Die Entfernungszonen sind im Geomarketing ein moderates Mittel zur Bestimmung von relevanten Bereichen. Räume sollen aufgeteilt und basierend auf verschiednene Standorten voneinander abgegrenzt werden. Dies wird häufig zur Ermittlung von Vertriebspotentialen und zur Vertriebsgebietsplanung verwendet.