Geostrukturen

Die objektive Basis für strukturiertes Marketing

Geomarketing untersucht inhaltliche Gegebenheiten innerhalb einzelner oder zwischen mehreren geographischen Räumen derselben Gliederungsebene. Die räumliche Einteilung in Ebenen wird über Geometrien hergestellt. Sie sind die Grundlage jeder Geomarketinganalyse und jedes geoanalytischen Verfahrens. Homogene Geostrukturen ermöglichen überhaupt erst den Vergleich von Gebieten. Die verschiedenen Ebenen unterscheiden sich geographisch durch die Dichte des Rasters bzw. die Anzahl der Einheiten. Für jedes Untersuchungsziel stehen von eher grobmaschig (z. B. Landesebene) bis hin zu sehr fein (mikrogeographische Strukturen, z. B. Siedlungsblöcke oder Gebäude) verschiedene Raster oder Geostrukturen zur Verfügung.

Administrative Strukturen

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) stellt für die administrativen Gebiete der Bundesrepublik Deutschland Geostukturen (den AGS, Amtlicher Gemeindeschlüssel) zur Verfügung. Dieser unterteilt das Bundesgebiet in ein einheitliches hierarchisches System. Die administrativen Strukturen bilden die Ebenen Bundesländer (AGS 1, 16 Einheiten, Beispiel: 05 NRW), Regierungsbezirke (AGS 3, Beispiel: 053 Reg. Bez. Köln), Landkreise (AGS 5, inkl. Kreisfreie Städte, Stand 2019: 401 Einheiten, Beispiel: 05382 Rhein Sieg Kreis) sowie Gemeinden (AGS 8, inkl. Städte, Stand 2019: 11.054 Einheiten, Beispiel: 05382064: Swisttal). Unterhalb der Gemeinden gibt es als weitere amtliche Ebenen die Stadt- und Ortsteile, Ortslagen sowie die amtlichen Siedlungsflächen.

Postalische Strukturen

Die Deutsche Post AG gliedert das Bundesgebiet über mehrere Ebenen in Gebiete, um ihre Tätigkeiten logistisch zu organisieren. Die heutige Einteilung basiert auf dem 1993 eingeführten System der 5-stelligen Postleitzahlen. Die erste Stelle ist die Postleitzone, die ersten beiden Stellen die Postleitregionen, die 5-stellige Postleitzahl ist die tiefste und feinste Ebene. Eine Zusammenfassung der innerhalb einer Gemeinde befindlichen Postleitzahlen bezeichnet die Post als Postorte; die Unterteilung der Postorte entsprechend der Stadt-/Ortsnamen als Postalische Ortsteile.

Strukturen privater Anbieter

Private Anbieter entwickeln eigene Geostrukturen, um das Bundesgebiet einzuteilen. Häufig setzen diese Systeme auf den postalischen oder amtlichen Strukturen auf und verändern, verfeinern oder ergänzen diese. Beispiel ist das integrative PAGS-System (Postalisch- amtlicher Gemeindeschlüssel) von infas 360, das neben den amtlichen und postalischen Unterteilungen weitere Ebenen wie etwa Siedlungsblöcke, Hausumringe und Adressen beinhaltet. Auf dieser feinstmöglichen Basis werden auch mikrogeographische Analysen möglich.

Firmeninterne Strukturen

Viele Firmen bilden ihre eignen räumlichen Strukturen, wie beispielsweise eigene Vertriebsgebiete, die sich aus den firmeninternen Aufgaben, Abläufen und Historien gebildet haben. Auch diese Einteilungen werden meistens auf Basis amtlicher Strukturen gebildet.

DEFINITION

Geostrukturen definieren geographische Räume (Märkte) und teilen sie über verschiedene hierarchische (Struktur-) Ebenen in immer kleinere möglichst homogene Teilräume auf, um sie beschreiben und miteinander vergleichen zu können.

PAGS - Das postalisch-amtliche Geostrukturmodell von infas 360

PAGS – Das postalisch-amtliche Geostrukturmodell von infas 360 in Form einer Pyramide