Kartographiesysteme

Mit Kartographiesystemen die reale Welt darstellen

Kartographie selbst und somit auch Kartographiesysteme sind längst in unserem Alltag angekommen. Eines der bekanntesten Kartographiesysteme ist etwa Google Maps oder unsere Navigationssysteme. Sie stellen Karten oder Kartenausschnitte dar, die geographische Realitäten abbilden und Interaktivität mit dem Anwender ermöglichen (Einstellung der Zoomstufe, Auswahl an Grenzen oder POIs, Eingabe von Start- und Zieladresse/n, usw.). Viele Datenbanksysteme integrieren heute bereits räumliche Funktionalitäten und graphische Ressourcen, um zweidimensionalen digitalen Daten 3-dimensional kartographisch darzustellen.

Eine Karte sagt viel mehr als Worte und auch Bilder

Ein entscheidender Vorteil von Kartographiesystemen besteht darin, dass Karten theoretische und teils sehr komplexe Zusammenhänge zu jedem Thema (z. B. eben wirtschaftlich relevanten) extrem übersichtlich und leicht verständlich lokalisieren, aufdecken und visualisieren. Der Erkenntniseffekt durch die kartographische Darstellung von z. B. Umsatzverteilungen, Standorten, Kundenzuordnungen oder Potenzialen ist deutlich schneller und nachhaltiger als bei den zugrundeliegenden statischen Zahlenkolonnen oder Erklärgrafiken.

Kartographie plus Daten und Funktionalitäten

Große Lösungen wie Geoinformationssysteme (GIS) können über die Visualisierung von Karten hinaus topologische Beziehungen von Objekten untereinander berechnen und darstellen. Sie beinhalten überdies analytische Funktionalitäten, um die dargestellten Informationen innerhalb räumlicher Dimensionen (Gliederungsstrukturen) auszuwerten. Ein GIS modelliert also die reale Welt.

Rein von den Funktionalitäten her eng verwandt mit den GIS sind die CAD-Systeme. deren Hauptanwendungsbereich allerdings mehr das interaktive Zeichnen und Konstruieren von 2D- und 3D-Komponenten ist.

Worauf kommt es an bei der Auswahl eines Kartographiesystems?

Kartographiesysteme unterscheiden sich vor allem in Umfang und Detailtiefe der mitgelieferten Daten, der zur Verfügung stehenden Funktionen und Analysemöglichkeiten, der verwendeten Datenformate und der Im- und Exportfunktionen. Auch die Basis dieser verschiedenen Systeme (Desktop, Server oder Web) differiert stark. So erklärt sich auch die große Preisspanne der unterschiedlichen Lösungen der diversen Anbieter.

Für den Anwender ist bei der Auswahl eines Kartographiesystems vor allem wichtig, darauf zu achten, ob er mit dem angebotenen Datenpaket und dem Funktionsumfang seine eigenen Fragestellungen beantworten kann. Er muss sich fragen, ob die Analysemöglichkeiten auch für zukünftige Aufgaben ausrechend sind und ob die Genauigkeit der Daten seinen Anforderungen standhält.

DEFINITION

Unter einem Kartographiesystem versteht man eine Konfiguration aus Hard- und geeigneter Software, die in der Lage sind, Punkte (z. B. Adressen), Linien (Wege/Straßen), und Grenzen/Formen (Flächen, Gebiete) sowie ergänzende auf diese Punkte, Linien und Grenzen beziehbare thematische Zusatz-Daten (Umsatz, Kaufkraft, usw.) auf digitalen Karten darzustellen.