B2B- und B2C-Märkte

Wer ist die Zielgruppe – Konsumenten oder Unternehmen?

Grundsätzlich befindet sich nahezu jeder Anbieter, egal ob er Waren für B2B- oder B2C-Märkte anbietet, selbst an beiden Enden des Wirtschaftskreislaufes. Denn nahezu alle Produzenten, Händler oder Dienstleister sind auf Zulieferungen anderer Unternehmen angewiesen, um die eigenen Leistungen überhaupt erbringen und vermarkten bzw. vertreiben zu können. In diesem Sinne sind also auch nahezu alle Anbieter gleichzeitig selbst Abnehmer von Produkten oder Dienstleistungen anderer Wirtschaftsunternehmen und aus deren Sicht dann ein B2B-Kunde.

Bei der Ausrichtung auf B2B- oder B2C-Märkte gibt es durchaus Mischformen, z. B.

  1. B2B-Business mit B2C-Gütern
    Unternehmen, die zwar B2C-Waren herstellen (z. B. Lebensmittel, Spielzeug, Elektronik-Produkte), sie aber nicht selbst direkt an die Konsumenten vertreiben, sondern etwa über das Finalnetz eines Einzelhändlers oder Discounters. Diese betreiben ein B2B-Business (an eben diese Discounter oder Einzelhändler) mit B2C-Produkten.
  2. Paralleles B2B- und B2C-Business
    Viele Hersteller oder Händler haben mit ihren Produkten oder Leistungen sowohl Unternehmen als auch Konsumenten im Visier, weil die Produkte – häufig leicht modifiziert hinsichtlich Preis, Funktionalitäten/Design/Ausführung oder Vertriebsform – für beide Zielgruppen relevant sind oder sein können. Zum Beispiel Gebäudereinigungen oder auch Telekommunikationsdienstleister. Da findet sich Nachfrage im Konsumentenmarkt nach Einzellösungen (Hausreinigung bzw. Handy, Vertrag, Zubehör, usw.) ebenso wie bei Firmen, denen man zum Beispiel unternehmensweite Lösungen anbieten kann (Fensterputz-Rahmenvertrag bzw. Flottenausstattung, Kombination Festnetz/Mobilfunk, usw.). Je nach Potenzial und Erfolg im jeweiligen Zielmarkt gibt es in vielen Anbieter-Unternehmen dafür jeweils eigene Spezialistenunits (z. B. Produktmanagement, Vertrieb oder Marketing jeweils für Business- und Consumer-Zielgruppen oder -Kunden). Es gibt häufig sogar eigene Firmen unter dem Dach einer Gesamtmarke, die sich auf derselben Leistungs- oder Produktbasis auf die jeweiligen B2B- oder B2C-Märkte fokussieren (z. B. Firmenname Business GmbH und Firmenname Consumer GmbH).

B2B oder B2C im Geomarketing: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Die Unterscheidung in B2B oder B2C ist im Geomarketing wesentlich. Die angewendeten Analyse-Funktionalitäten sind grundsätzlich vergleichbar, die verfügbaren Softwarelösungen funktionieren ebenfalls für beide Zielmarktarten und auch bei den Anwendungen gibt es keine gravierenden Spezialisierungen oder im Umkehrschluss Ausschlüsse für eine der beiden Zielgruppen. Und auch die geographische Realität – bestimmt durch objektive Geodaten, auf deren Basis alle Betrachtungen oder Berechnungen funktionieren – sind letztendlich für beide Ausprägungen grundsätzlich identisch. Aber hier zeigen sich schon erste Spezialisierungen, etwa bei Firmenadresse/Konsumentenadresse oder Wohngebäude/Gewerbegebäude.

Die größte Relevanz ergibt sich bei der Unterteilung in B2B und B2C also bei den zu verwendenden Marktdaten. Hier gibt es neben den für beide Gruppen gleichermaßen relevanten Merkmalen (z. B. Energiedaten, bestimmte spezifische B2B-/B2C-Befragungsdaten, Marktstrukturen) viele spezifische Ausprägungen, die entweder auf die Zielgruppe Unternehmen (Branche, Umsatz, Facility Management-Dienstleister, usw.) oder die Zielgruppe Konsumenten (Kaufkraft, Social Media-Verhalten, Soziodemographie, usw.) anwendbar sind. Dementsprechend gibt es bei den Marktdaten auch eine klare strukturelle Unterteilung in B2B-Marktdaten oder B2C-Marktdaten.

DEFINITION

Grundsätzlich unterscheidet man im Geomarketing in Abhängigkeit von den Zielgruppen der anbietenden Unternehmen in B2B-Märkte (Angebote von Unternehmen für Unternehmen) oder B2C-Märkte (Angebote von Unternehmen für Konsumenten).